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EU-UK Cultural Exchange – Johannes Everke spricht für die deutsche Live-Branche zum Thema Touring im EU-Parlament

Wenn in Brüssel über die Zukunft von Kultur, Touring und den Märkten um uns herum gesprochen wird, geht es nicht nur um abstrakte Regeln – sondern erst einmal um die konkreten Bedingungen, unter denen Live-Kultur möglich ist.

Denn seit dem Brexit sind Livekultur und Touring zwischen EU und UK durch komplexe Einreisebestimmungen, Transportauflagen, steuerliche Fragen und zusätzliche Bürokratie belastet. Das macht den kulturellen Austausch über den Kanal hinweg spürbar aufwändiger und in weiten Teilen sogar unrentabel. Leidtragende sind die Künstler*innen, Crews und Veranstaltenden, die alle vom Konzertgeschäft leben. Aber auch der Tourismus bekommt das zu spüren und nicht zuletzt sogar die Fans, deren Tickets durch die Mehraufwände teurer werden.

Genau deshalb hat Johannes Everke auf Einladung der Cultural Exchange Coalition (CEC) vor Abgeordneten des European ParliamentVertreter*innen beider britischer Parlamentskammern und der Regierung in Brüssel gesprochen – und anhand konkreter Praxisbeispiele für Verständnis und Rechtsänderungen geworben.

Drei unserer Themen dabei:

  • UK → EU: Das schnell aufgebrauchte Kontingent der 90/180-Tage-Regelung im Schengen-Raum führt zu Visums- und Arbeitserlaubnispflichten, hohen Zusatzkosten und eingeschränkter Einsatzplanung.
  • EU → UK: Je nach Engagement sind Visa, Einladungen oder ein Certificate of Sponsorship nötig; der bürokratische Aufwand ist hoch und Fehler in den Unterlagen führen schnell zu Verzögerungen.
  • Güter & Zoll: Komplexe Zollvorgaben und Nachweispflichten erschweren die Einfuhr von Equipment und Merch. Zusatzkosten und Verzögerungen sind die Folge.

Daraus abgeleitet haben wir mit den Teilnehmenden ausführlich unsere wichtigsten zwei Forderungen diskutiert, um Verfahren wirtschaftlicher und branchennaher zu gestalten:

  • Eine EU-weite Visa-Vereinbarung für die Kulturwirtschaft (inklusive Crews)
  • Eine Bereichsausnahme für die Kulturwirtschaft beim „Trade and Cooperation Agreement TCA“ und vereinfachte Verfahren für die vorübergehende Einfuhr von professionellem Kulturequipment und Tour-Merchandise.

Diese Veranstaltung in Brüssel war das Ergebnis unserer Kooperation mit dem britischen Dachverband LIVE und unserer Brüsseler Partnerorganisation PEARLE*, mit denen wir bereits auf die UK-EU-Verhandlungen einwirken, europaweite Petitionen befördern und jetzt eben auch wechselseitige Delegationsgespräche zum Thema Kulturwirtschaft anregen konnten. Wir werten das als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu handfesten Verbesserungen unserer Rahmenbedingungen.

Panelist*innen und Mitglieder der EU-Kommission, des EU-Parlaments und der britischen Delegation unter Leitung von Kultur- und Wissenschaftsminister Ian Murray (dritter von rechts).

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