Gute Vorzeichen für die Veranstaltungswirtschaft?

Allen guten Vorsätzen zum Trotz ist der Jahresanfang in unserer Branche traditionell kein Selbstläufer. Und genau deshalb ist das, was sich im Januar 2026 zeigt, bemerkenswert.
Die ifo-Zahlen zum Jahresbeginn 2026 senden kein Aufbruchsignal. Aber sie zeigen etwas, das zu diesem Zeitpunkt in den beiden Vorjahren nicht in dieser Breite da war: ein vorsichtiges, breit abgestütztes Luftholen. Gerade mit Zahlen zum Jahresstart ist allerdings sorgsam umzugehen. Ist das bereits Substanz, oder nur der Reflex eines neuen Jahres? Das Bedürfnis, Ballast abzuwerfen, Hoffnung mitzunehmen und nach vorne zu schauen, begleitet uns schließlich jeden Januar.
Der Blick in die vergangenen Jahre hilft bei der Einordnung. Nach dem ausgeprägten Winter-Tief zu Beginn 2024 und der Stagnation zum Jahresstart 2025 bewegen sich im Januar 2026 mehrere zentrale Indikatoren gleichzeitig leicht nach oben. Geschäftsklima und Geschäftslage stabilisieren sich, die Umsatzentwicklung zeigt sich weniger volatil als noch im Herbst. Das ist keine Trendwende, aber es ist ein anderes Signal als in den Vorjahren, früher im Jahr und mit mehr Gleichklang zwischen den Indikatoren.
Der Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen passt auch in dieses Bild. Denn der Januar ist in der Veranstaltungswirtschaft traditionell eine Phase des Übergangs und der Anpassung. Projektlogiken, Effizienzfragen und Zurückhaltung bei Fixkosten prägen die Personalentscheidungen. Entscheidend ist, dass diese Entwicklung aktuell – anders als zu Jahresbeginn 2024 und 2025 – nicht von einer weiteren Eintrübung der Stimmung begleitet wird. Und das kann in der Konsequenz dann auch Produktivitätsgewinne bedeuten.
Unser Fazit: Der Januar 2026 markiert keinen Durchbruch. Aber er unterscheidet sich spürbar von den Starts der beiden Vorjahre. Sollte sich diese vorsichtige Stabilisierung im weiteren Jahresverlauf bestätigen, kann daraus Handlungsspielraum entstehen. Vorausgesetzt, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen geben unserer Branche die nötige Planungssicherheit. Konkret heißt das für die Veranstaltungswirtschaft: eine Reform des Arbeitszeitrechts, Rechtssicherheit für Selbständige, der Abbau von Abgabenlast und Bürokratie sowie eine wirksame Regulierung des Ticketzweitmarktes.
Auf dem Papier stand der Januar in der Veranstaltungswirtschaft zuletzt selten für Aufbruch. Der Auftakt 2026 steht zumindest für die Chance, das Jahr und seine vielen Herausforderungen mit etwas mehr Rückenwind anzugehen.
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