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Jugend im Fokus – aktuelle Studien geben Insights für Ihre jungen Zielgruppen und Arbeitnehmenden

Wie tickt die junge Generation – als Publikum und als potenzielle Mitarbeitende? Aktuelle Studien zeigen ein klares Bild: Junge Menschen suchen Gemeinschaft, Orientierung und echte Teilhabe – und stellen gleichzeitig neue Anforderungen an Kulturangebote und Arbeitgeber*innen. Für die Live-Branche ergibt sich daraus ein doppelter Auftrag: auf und hinter der Bühne.

Junge Zielgruppen verstehen: Was sie bewegt

Mehrere aktuelle Studien zeichnen ein konsistentes Bild über Werte, Freizeitverhalten und Erwartungen junger Menschen:

Kultur als gesellschaftlicher Anker

  • Laut Relevanzmonitor Kultur 2025 sehen über 90 % der Bevölkerung Kultur als wichtigen Stabilitätsfaktor für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
  • 63 % halten ein vielfältiges Kulturangebot vor Ort für wichtig, insbesondere jüngere Menschen betonen Zugang, Vielfalt und Selbstverwirklichung.

Live-Erlebnisse bleiben zentral

  • Studien wie die Shell Jugendstudie 2023/24, Bertelsmann „Jugend in Deutschland“ 2024 sowie die JIM-Studie zeigen: Konzerte, Festivals und Events sind feste Bestandteile des Freizeitverhaltens junger Menschen.
  • Rund 70 % der 18–29-Jährigen messen Live-Musik eine hohe Bedeutung bei.

Gemeinschaft statt Einzelkonsum

  • Kultur wird vor allem als soziales Erlebnis verstanden: Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Austausch stehen im Vordergrund.
  • Gleichzeitig erfolgt der Konsum selektiver und bewusster: Events werden gezielt ausgewählt.

Hohe Erwartungen an Angebote
Junge Zielgruppen formulieren klare Anforderungen:

  • Niedrigschwelliger Zugang: transparente Preise, einfache Information (v. a. über Social Media)
  • Vielfalt & Diversität: inklusive Programme und neue Perspektiven
  • Partizipation: Wunsch nach Mitgestaltung (z. B. Open Calls, Community-Formate)
  • Nachhaltigkeit: glaubwürdiges Engagement statt symbolischer Maßnahmen

Zentrale Barrieren

  • Preisentwicklung und Mobilität
  • Informationsdefizite (ein Drittel würde häufiger teilnehmen, wenn Angebote leichter auffindbar wären)
  • Sprachliche und strukturelle Zugangshürden

Fazit für die Praxis: Junge Menschen wollen Kultur nicht nur konsumieren, sondern aktiv mitgestalten und erleben.

Implikationen für Veranstaltende

Aus den Studien lassen sich klare Handlungsfelder ableiten:

  • Zugänge erleichtern: flexible Ticketmodelle, transparente Preise, klare Kommunikation
  • Community stärken: Formate, die Austausch und Zugehörigkeit fördern
  • Beteiligung ermöglichen: Einbindung junger Zielgruppen in Programm- und Formatentwicklung
  • Haltung zeigen: Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung sichtbar und glaubwürdig machen
  • Barrieren abbauen: insbesondere bei Information, Mobilität und Inklusion

Junge Generation als Arbeitnehmende: Erwartungen an die Branche

Neben der Perspektive als Publikum liefert die aktuelle Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“wichtige Einblicke in die Erwartungen junger Menschen an Arbeit und Arbeitgeber.

Zentrale Erkenntnisse:

Leistungsbereitschaft – aber wachsende Zweifel

  • Junge Menschen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen.
  • Gleichzeitig wächst die Unsicherheit, ob sich Einsatz langfristig auszahlt.
    → Erwartet werden Fairness, Verlässlichkeit und echte Perspektiven.

Sicherheitsbedürfnis nimmt zu

  • Wirtschaftliche Unsicherheiten und technologische Veränderungen (z. B. KI) prägen den Blick auf Arbeit.
    → Bedeutung von stabilen Rahmenbedingungen und klaren Entwicklungspfaden steigt.

Ausbildung gewinnt an Relevanz

  • Praxisnahe Qualifikation und greifbare Berufsperspektiven werden wichtiger.
    → Chance für die Branche, etwa über die Ausbildung für Veranstaltungskaufleute der Programme wie das D.COLLEGE.

Beteiligung als Vertrauensfaktor

  • Viele junge Menschen fühlen sich in gesellschaftlichen Fragen zu wenig einbezogen.
    → Übertragbar auf Unternehmen: Mitgestaltung stärkt Bindung und Identifikation.

Einordnung für die Live-Branche

Für unsere Branche ergibt sich ein klares Gesamtbild:

  • Auf der Bühne: Junge Menschen suchen relevante Erlebnisse, Gemeinschaft und Haltung.
  • Hinter der Bühne: Sie erwarten faire Arbeitsbedingungen, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten.

Formate wie der Future Talents Day, praxisnahe Ausbildungswege und neue Qualifizierungsangebote greifen genau diese Erwartungen auf und sind zentrale Bausteine für die Zukunftsfähigkeit unserer Branche.

Fazit

Die junge Generation ist engagiert, anspruchsvoll und bereit, sich einzubringen, sowohl als Publikum als auch als Mitarbeitende.

Wer sie erreichen will, muss:

  • Zugang erleichtern
  • Beteiligung ermöglichen
  • Vertrauen schaffen

Oder anders gesagt:
Die nächste Generation steht bereit. Sie will aber vor und hinter der Bühne mitgestalten.

Quellen

  • Liz Mohn Stiftung: Relevanzmonitor Kultur 2025
  • Shell: Jugendstudie 2023/2024
  • Bertelsmann Stiftung: Jugend in Deutschland – Trendmonitor 2024
  • Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: JIM-Studie 2023
  • SINUS-Institut: SINUS-Jugendstudie 2022/2023
  • Trendstudie: Jugend in Deutschland 2026 (Pressemitteilung)
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