Interessenvertretung
In unserer politischen Arbeit bündeln und vertreten wir die Interessen von Konzert-, Tournee- und Festivalveranstaltungsunternehmen, Künstler*innenagenturen, Venues und Gastspieldirektionen. Mit fachlicher Expertise und fundierter Branchenkenntnis engagieren wir uns in zahlreichen Ausschüssen und Gremien. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl unserer Aktivitäten zur Optimierung der gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft.
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- Forderungskataloge unserer Allianzen (gehe zu →)
Bundestagswahlen 2025: Analyse der Wahlergebnisse (für Mitglieder) (gehe zu →)
- Koalitionsvertrag 2025: Synopse des Koalitionsvertrags aus Sicht des BDKV (für Mitglieder) (gehe zu →)
- Koalitionsvertrag 2025: Auswertung des Koalitionsvertrags aus Sicht des BDKV (für Mitglieder) (gehe zu →)
Unsere Positionen
Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes I 2026
Die Durchführung von Konzerten und Live-Veranstaltungen folgt nicht den Regeln eines klassischen Acht-Stunden-Tages: Der Auf- und Abbau von Bühnen, Technik und Infrastruktur erfolgt oft nachts, damit es am nächsten Tag mit den Proben oder Aufführungen weitergehen kann. Konzerte enden spät, Festivals dauern mehrere Tage und beheimaten rund um die Uhr die Einwohnerschaft kleiner Städte auf Ihrem Gelände. Veranstaltungslogistik, Sicherheitsdienste und Technik-Teams arbeiten in eng getakteten, projektbezogenen Zeitfenstern. Die Betreuung von Artists auf Tourneen bedeutet nicht selten lange Tage. Ein flexibles Arbeitszeitgesetz ist für unsere Branche deshalb kein Luxus, sondern vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der dramatisch gestiegenen Produktionskosten eine Grundvoraussetzung, um eine sichere und erfolgreiche Kulturproduktion zu gewährleisten.
Stabilisierung der Künstlersozialkasse I 2026
Die Künstlersozialkasse (KSK) ist ein zentrales Element des deutschen Sozialversicherungssystems für selbstständige Kreative. Sie trägt maßgeblich dazu bei, die soziale Absicherung kreativer Arbeit zu gewährleisten – ein Anliegen, das die Konzert- und Veranstaltungswirtschaft ausdrücklich unterstützt. Doch steht das System unter Druck: Steigende Sozialkosten und ein wachsender Kreis der Anspruchsberechtigten drohen den Abgabesatz weiter zu erhöhen, während die Veranstaltungsunternehmen bereits mit stark steigenden Produktionskosten und einem preissensiblen Markt konfrontiert sind. Um die Unternehmen nicht weiter finanziell zu belasten und die verlässliche soziale Absicherung der Kreativen nicht zu gefährden, ist der Künstlersozialabgabesatzes auf maximal 5,0 Prozent bis mindestens 2030 zu stabilisieren.
Novellierung des Statusfeststellungsverfahrens I 2026
In der Veranstaltungswirtschaft sind projektbasiertes Arbeiten und flexible Beauftragungen gelebte Realität: Rund 20 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten selbstständig und leisten mit ihrer spezialisierten Expertise – etwa in Technik, Bühnenbau oder Logistik – seit Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen von Live-Events. Diese auf Augenhöhe gelebte Zusammenarbeit gerät jedoch zunehmend unter Druck: Das aktuelle Statusfeststellungsverfahren nach § 7a SGB IV und die Prüfkriterien der Deutschen Rentenversicherung – insbesondere „Weisungsgebundenheit“ und „Eingliederung in die Arbeitsorganisation“ – lassen sich auf unsere branchentypischen Strukturen nicht sinnvoll anwenden und schaffen und stellt Selbstständige unter Generalverdacht der Scheinselbstständigkeit. Der BDKV setzt sich daher für eine Reform des Statusfeststellungsverfahrens ein, die branchenübergreifend Rechtssicherheit für Selbstständige und Auftraggeber schafft, Selbstständigkeit stärkt und die Vielfalt unternehmerischer Zusammenarbeit in der Veranstaltungswirtschaft anerkennt.
Regulierung des Ticketzweitmarkts I 2026
Online-Ticketmarktplätze werden von privaten, aber vor allem auch von gewerblichen Verkäufern zum unlauteren Weiterverkauf von Eintrittskarten genutzt. Das gilt besonders für stark nachgefragte Veranstaltungen in Kultur und Sport. Ticketbetrug, BOTs und Identitätsbetrug, Leerverkäufe (Ticketweiterverkauf vor offiziellem Vorverkauf) oder überhöhte Preise – die Schwarzhändler erzielen gewaltige Einnahmen zulasten der Fans sowie der Sportler, Künstler, Veranstalter oder der hunderttausenden Beschäftigten unserer Branchen.Gemeinsam mit den mitgliederstärksten Sportverbänden aus Deutschem Olympischen Sportbund (DOFB), Deutschem Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) werben wir für eine gesetzliche Regulierung des Ticketzweitmarkts, um Verbraucher vor überhöhten Preisen, Intransparenz und betrügerischen Verkaufspraktiken zu schützen.
Sicherheitsgewerbegesetz (SiGG) & Zufahrtsschutz I 2026
Wir begrüßen die geplante Regelung des Sicherheitsgewerbes, sehen aber Anpassungsbedarf: Eine klare Abgrenzung zwischen Sicherheits- und Ordnungsdiensten ist nötig. Tätigkeiten wie Einlasskontrollen oder Garderobenservice dürfen nicht unter Bewachung fallen. Schwellenwerte müssen praxisgerecht definiert werden. Mit Blick auf den Kostentragung für Terrorabwehr und Zufahrtsschutz fordern wir verhältnismäßige, schutzzielorientierte Lösungen mit klarer Rollenverteilung zwischen öffentlicher Hand und der Veranstaltungswirtschaft.
Erhalt der Kulturfrequenzen I 2025
Drahtlose Mikrofone, In-Ears und Crew-Kommunikation sind das technische Rückgrat jeder professionellen Produktion. Ob Klassik-Konzert, Rock-Festival, Theateraufführung, Fußballspiel, Messe, Filmproduktion oder Rundfunk – sie alle brauchen stabile Funkfrequenzen. Der BDKV setzt sich daher gemeinsam mit internationalen Partnern wie der Initiative Save Our Spectrum (SOS) dafür ein, dass die „Kulturfrequenzen“ (das UHF-Band 470–694 MHz) erhalten bleiben. Nur so lassen sich verlässliche Live-Produktionen in ganz Europa sichern und technische Ausfälle mit gravierenden Folgen für Künstler*innen, Veranstaltende und Publikum verhindern.
Honoraruntergrenzen Empfehlungen I 2025
Als BDKV unterstützen wir die faire Entlohnung von Künstler*innen, unterstreichen dabei aber die Selbstverständlichkeit, dass die wirtschaftliche Perspektive nicht außer Acht gelassen werden darf. Gemeinsam mit der LiveKomm und dem BV Soziokultur setzen wir uns deshalb für eine verbändeübergreifende, transparente und für alle Seiten angemessene Empfehlung von Honoraruntergrenzen ein. Den Prozess beim Deutschen Musikrat setzen wir gemeinsam fort.
Freistellungsanträge nach § 50a EstG (k3d) I 2025
Es ist ein finanzpolitischer Skandal, dass das Bundeszentralamt für Steuern Millionen Euro an Kapital in der Livebranche blockiert, weil zehntausende Freistellungsanträge nach §50a EStG nicht zügig bearbeitet werden. Das schafft Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen auf dem internationalen Markt. In einer breiten Allianz mit Verbänden aus der Kreativwirtschaft fordern wir ein vereinfachtes Verfahren nach niederländischem Vorbild zur Steuererhebung.
Landesnichtraucherschutzgesetz (LNRSchG) Baden-Württemberg | 2024
Der Referentenentwurf zur Novellierung des Landesnichtraucherschutzgesetzes (LNRSchG) Baden-Württemberg sieht vor, Kultur- und Freizeiteinrichtungen als weiteren Schutzbereich gesetzlich zu verankern und das generelle Rauchverbot auf diesen Bereich auszuweiten. Um die wirtschaftlichen Folgen für die Veranstaltungsbranche abzuwenden und um abzusehende Nachbar*innenschaftskonflikte zu verhindern, fordern wir in unserer Stellungnahme Nachbesserung. Das Forum Veranstaltungswirtschaft schließt sich den BDKV-Positionen an und hat sie dem Ministerium gegenüber im eigenen Namen bekräftigt.
Straßenverkehrs-Zulassung-Ordnung (§ 70 StVZO) | 2024
Wir begrüßen die vom Gesetzgeber formulierte Empfehlung 11 nach § 70 zur StraßenverkehrsZulassungsOrdnung (StVZO), die für das Schaustellergewerbe bundeseinheitliche Ausnahmeregelungen schafft (z.B. Zirkus, Volksfest). Als BDKV plädieren wir für die Erweiterung dieser Regelung auf „mobile Trailerbühnen“, die auch in unserer Branche unverzichtbar sind, um einen gleichberechtigten Wettbewerb zu gewährleisten.
Gesetz zur Stärkung der integrierten Stadtentwicklung | 2024
Geplante Änderungen im BauGB/BauNVO sollen Städte beleben. Wir fordern die Gleichstellung von Livemusikstätten mit anderen Kulturorten wie Opern oder Theatern. Kultur wird durch Inhalte, nicht Uhrzeiten definiert. Die Anerkennung stärkt die Stadtentwicklung und schützt Kultur vor Verdrängung.
TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm | 2024
Wir begrüßen die Absicht, das Musik- und Kulturleben durch modernisierten Lärmschutz zu sichern. Der Entwurf muss aber angepasst werden: Wir fordern Bestandsschutz für Clubs, praktikable Lösungen für Gebiete ohne Bebauungsplan und eine differenzierte Bewertung von Kulturlärm statt Gleichsetzung mit Industrielärm.
Forderungskataloge unserer Allianzen
Pünktlich zum Einstieg der Parteien in den Bundestagswahlkampf 2025 haben wir uns mit unseren Kernthemen in all unseren Foren und Allianzen platziert und haben dafür gesorgt, dass sie in abgestimmten Forderungskatalogen ganz spezifisch überall dort eingebracht werden, wo die Allianzen oder ihre Einzelakteur*innen jeweils aktiv sind.

Koalition k3d
Die deutsche Kultur- und Kreativwirtschaft ist einer der kraftvollsten Wirtschaftszweige Deutschlands: Mit einer Bruttowertschöpfung von über 100 Milliarden Euro trägt sie aktuell drei Prozent zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung bei und ist nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau der drittgrößte Wirtschaftszweig des Landes (vgl. hier). Dabei steht die Branche wie kaum eine andere für Kreativität, Innovation, Produktivität und Wirtschaftswachstum und ist Impulsgeberin und Gestalterin für viele andere Wirtschaftszweige. Daraus ergeben sich natürlich auch ganz spezifische Forderungen, die wir gemeinsam mit unseren Partnerverbänden aus der Koalition k3d im Hinblick auf die Legislaturperiode 2025 bis 2029 an die Politik gerichtet haben

Forum Musikwirtschaft
Das Forum Musikwirtschaft hat ein gemeinsames Positionspapier mit 11 zentralen Forderungen für eine starke Musikwirtschaft veröffentlicht. Darin finden sich neben allgemeinen Forderungen zu verlässlichen Rechtsrahmen, dem gezielten Einsatz von Fördermodellen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, dem Erhalt und Ausbau musikalischer Bildung oder der Fortsetzung des KulturPass auch unsere drei derzeit wichtigsten politischen Forderungen:

Forum Veranstaltungswirtschaft
Der Forderungskatalog des Forum Veranstaltungswirtschaft wurde auf dem dritten Parlamentarischen Abend der Veranstaltungswirtschaft im Oktober 2024 in Berlin präsentiert. Ziel des Zusammentreffens der Verbände mit rund 60 Politiker*innen aus der Bundespolitik war, in einem formellen, aber stimmungsvollen Rahmen über die aktuelle Situation der Branche ins Gespräch zu kommen