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Ticketzweitmarkt in Bewegung – rechtlich, politisch und mit Blick aufs Publikum

Der Ticketmarkt bleibt eines der präsentesten und zugleich komplexesten Themen der Live- und Sportbranche. Kaum ein anderes Feld verbindet wirtschaftliche Interessen, Verbraucher*innenschutz, Fairness gegenüber Veranstaltenden sowie regulatorische Fragestellungen so unmittelbar.

Entsprechend rege sind sowohl unsere Aktivitäten als auch die Aufmerksamkeit in Medien, bei unserem Publikum und in der Politik bis in die europäische Ebene.

Als BDKV bringen wir in den Medien unsere Expertise ein und setzen uns gegenüber der Politik für klare, faire und durchsetzbare Rahmenbedingungen des Zweitmarkts ein. Das tun wir nicht allein, sondern im Schulterschluss mit starken Partnern:

  • Gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund, der Deutschen Fußball Liga und dem Deutschen Fußball-Bund haben wir unsere Positionen in einem gemeinsamen Papier vorgelegt und adressieren das Thema kontinuierlich gegenüber Politik und Öffentlichkeit.
  • Auch auf EU-Ebene machen wir uns für unsere Positionen stark: Ganz aktuell zusammen mit der britischen LIVE und einem Offenen Brief zum Digital Fairness Act von unserem Partner FEAT Alliance, der von über 130 Artists, Unternehmen und Organisationen aus 23 Ländern unterzeichnet wurde (MusikWoche berichtet).

Auch auf Länderebene beobachten wir die Entwicklung des Themas genau und ziehen daraus unsere Ableitungen, wie ganz aktuell bei einem Gerichtsurteil in Hamburg, was Viagogo einschränkt und zu mehr Transparenz zwingt.

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Juristische Klarheit: LG Hamburg urteilt gegen Viagogo
Ähnlich wie zuletzt Union Berlin erringt auch der FC St. Pauli vor dem Landgericht Hamburg einen wichtigen Erfolg gegen Viagogo. Das Urteil bestätigt ein vom Verein verhängtes Weiterverkaufsverbot auf unregulierten Plattformen und verpflichtet Viagogo entsprechend, zukünftig beim Verkauf von Tickets für Heimspiele des FC St. Pauli eindeutig darauf hinzuweisen, dass das auf Viagogo gekaufte Ticket keine Gültigkeit hat. Die Entscheidung stärkt nicht nur die Position des Vereins, sondern bestätigt grundlegend auch die Linie des BDKV im Umgang mit Ticketzweitmarktplattformen.

Justiziar Dr. Johannes Ulbricht mit einer Einordnung:

Mit Urteil vom 02.01.2026 (Az. 415 HKO 73/24) hat das Landgericht Hamburg Viagogo verurteilt, es zu unterlassen, Kartenangebote für Eintrittskarten des FC St Pauli auf Viagogo abrufbar zu machen oder solche Angebote zu bewerben.

Dieses erfreuliche Urteil stellt klar, dass das Weiterverkaufsverbot, das der FC St Pauli verwendet und das im Wesentlichen der BDKV-Klausel entspricht, rechtmäßig und insbesondere nicht kartellrechtswidrig ist. Außerdem stellt das Urteil klar, dass zwischen Viagogo und dem FC St Pauli zumindest ein mittelbares Wettbewerbsverhältnis besteht. Damit wird die juristische Handhabe des BDKV gegen Ticketzweitmarktplattformen wie Viagogo als zutreffend und zulässig bestätigt. Leider scheitert die praktische Rechtsdurchsetzung aber noch immer daran, dass Viagogo seinen Sitz in der Schweiz und damit außerhalb der EU hat. Wir arbeiten aber gemeinsam mit den Fußball- und Sportverbänden intensiv daran, diese Lücke durch eine Gesetzesänderung zu schließen.

Das Urteil zeigt: Auch wenn die juristische Richtung klar ist, bleibt der politische Handlungsbedarf, um das Recht auch grenzüberschreitend durchzusetzen. Daher unterstützen wir die Pläne der Bundesregierung zur Regulierung des Ticketzweitmarkts.

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Ticketing weiterdenken – Wirkung über den Verkauf hinaus
Ticketing ist – neben dem Live-Erlebnis selbst – die direkteste Kontakt- und Schnittstelle zu unserem Publikum. Zu den Themenfeldern von Marketing und Kommunikation haben sich unsere Ticketing-Fördermitglieder mit Infocalls eingebracht, eine ganz andere Dimension rücken wir im nächsten Nachhaltigkeits-Frühstück des BDKV in den Fokus (exklusiv für BDKV-Mitglieder).

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